standes- und gesundheitspolitik
Die Kammer setzte gesundheitspolitische Impulse
Die Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien brachte die Anliegen der Wiener Ärzteschaft auch 2025 bei zentralen gesundheitspolitischen Stakeholder-Treffen ein und setzte wichtige Impulse im Dialog mit Vertreter*innen aus Politik und Gesundheitswesen. Hier eine Auswahl:
Praevenire Denkertag Reichenau, 5. Mai 2025
Beim Workshop mit Vertreter*innen des gesamten Gesundheitssektors diskutierten Präsident Johannes Steinhart, Paul Schönfeld, 1. stellvertretender Obmann der Kurie niedergelassene Ärzte, Benjamin Glaser, Präsidialreferent und Finanzreferent der Kurie angestellte Ärzte, und Karin Hawlisch-Höfferl, Co-Referentin für Gruppenpraxen und Ärztezentren, zentrale Zukunftsfragen wie die Finanzierung des Gesundheitssystems, die Weiterentwicklung der Versorgung und die Digitalisierung. Die Kammervertreter*innen sprachen sich dabei unter anderem für eine breitere Finanzierungsbasis der Krankenversicherung, eine stärkere Ausrichtung auf Vorsorge sowie für den verstärkten Einsatz digitaler Lösungen aus.
Austrian Health Forum Schladming, 22. bis 24. Mai 2025
Unter dem Leitthema „Gesundheit – Wer macht den Job?“ diskutierten Vertreter*innen der Kammer in mehreren hochkarätig besetzten Podien über die Zukunft des Gesundheitssystems. Präsident Johannes Steinhart, Vizepräsidentin und Obfrau der Kurie niedergelassene Ärzte Naghme Kamaleyan-Schmied, Vizepräsident und Obmann der Kurie angestellte Ärzte Eduardo Maldonado-González, Ehrenpräsident Thomas Szekeres sowie weitere Spitzenfunktionär*innen brachten zentrale Impulse ein. Die Kammervertreter*innen betonten insbesondere die Bedeutung einer bundesweiten Präventionsstrategie, verstärkter Gesundheitsbildung sowie attraktiver Arbeitsbedingungen in den Spitälern, um das solidarische Gesundheitssystem langfristig zu sichern.
12. Praevenire Gesundheitsgespräche Alpbach, 3. bis 6. Juli 2025
Unter dem Motto „Gesundheit – Politik – Wirtschaft“ diskutierten Entscheidungsträger*innen aus Medizin, Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft über Reformbedarf und systemische Herausforderungen. Vizepräsident Eduardo Maldonado-González, Finanzreferent Johannes Kastner, Medienreferent Hamid Schirasi-Fard, Präsidialreferent Benjamin Glaser, Katayoun Tonninger-Bahadori, Leiterin des Endoskopiereferats, Matthias Brenner, Referatsleiter für Sonderklasse und PKV-Verhandlungen, sowie Patient*innenombudsmann Thomas Holzgruber brachten zentrale Perspektiven aus dem ärztlichen Berufsalltag ein: etwa zur Patient*innenlenkung, zum Beitrag von Wahlärzt*innen zur Stabilität des Systems, zur Digitalisierung im Spitalsbereich sowie zu einem stärkeren Fokus auf Vorsorge und Patient*innenrechte.
Mit geballter Expertise war die Kammer unter anderem beim Praevenire Denkertag in Reichenau vertreten (v.l.n.r.): Benjamin Glaser, Präsidialreferent und Finanzreferent der Kurie angestellte Ärzte, Präsident Johannes Steinhart, Karin Hawlisch-Höfferl, Co-Referentin Gruppenpraxen und Ärztezentren, und Paul Schönfeld, 1. Stellvertretender Obmann der Kurie niedergelassene Ärzte.
Gewalt im ärztlichen Arbeitsalltag
In Österreich und Europa nehmen physische und psychische Gewalt in medizinischen Einrichtungen zu. So hat mehr als die Hälfte der Ärzt*innen (55 Prozent) in Wiener Kliniken und Praxen bereits selbst verbale Gewalt erlebt, 25 Prozent der Ärzt*innen psychische Gewalt. Aggressionen entladen sich auch häufig in den Sozialen Medien oder auf Bewertungsplattformen.
Angesichts dieser alarmierenden Entwicklung richtete die Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien die Ombudsstelle „Hass im Netz“ ein. Diese bietet Mediziner*innen kostenlose Unterstützung, insbesondere Rechtsberatung. Die Ombudsstelle wurde bei einer Pressekonferenz im Februar 2025 vorgestellt.
Angriffe im digitalen Raum bedeuten für Ärzt*innen auch eine massive psychische Belastung. Mit der Beratungsstelle „Physicians Help Physicians“ unterstützt die Kammer betroffene Ärzt*innen daher unbürokratisch und kostenfrei – durch erfahrene Kolleg*innen mit psychotherapeutischer Ausbildung und Erfahrung.
Medienbericht über die Ombudsstelle „Hass im Netz“.
Wiener Gesundheitsinfrastrukturreport 2025
Das soziale Gesundheitssystem befindet sich in einer massiven Schieflage. Zu diesem Schluss kam der Gesundheitsinfrastrukturreport 2025, den die Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien bei einer Pressekonferenz im September 2025 präsentierte: Lediglich fünf Prozent der Wiener Ärzt*innen waren mit der Gesundheitsinfrastruktur sehr zufrieden. Als Hauptgründe für die Unzufriedenheit nannten die befragten Ärzt*innen Ineffizienz, mangelnde Investitionen und das Fehlen einer klaren Strategie. Acht von zehn Ärzt*innen hielten die Investitionen in das Gesundheitswesen für unzureichend. Ebenso viele sprachen von „Stückwerk“ und sahen keine klare Strategie für die Zukunft der Wiener Gesundheitsinfrastruktur.
Zentrale Argumente der Kammer: Angesichts der wachsenden und alternden Bevölkerung ist es notwendig, in Zukunft die Ausbildung in medizinischen Berufen noch attraktiver zu gestalten. Ebenso müssen für einen nachhaltigen Einsatz medizinischer Ressourcen Ärzt*innen in die strategische Planung und Weiterentwicklung der Gesundheitsinfrastruktur miteinbezogen werden. Insgesamt müssen die bestehenden Ressourcen besser genutzt und zusätzliche Ressourcen in das Gesundheitssystem investiert werden.
„Insgesamt müssen die bestehenden Ressourcen besser genutzt und zusätzliche Ressourcen in das Gesundheitssystem investiert werden.“
Besonders deutliche Defizite zeigten sich im niedergelassenen Bereich. Der Grund: wachsende Bevölkerung bei sinkender Zahl an Kassenärzt*innen. 2013 kam ein*e Kassenärztin oder -arzt für Allgemeinmedizin auf rund 2.200 Patient*innen, 2025 waren es 3.100. Schlussfolgerung der Kammer: Ausbau und Attraktivierung von Kassenarztstellen bleiben zentrale Aufgaben der Wiener Gesundheitspolitik.
Auch im Spitalswesen zeigte sich ein Ungleichgewicht: Zwischen 2020 und 2025 wurden 878 Betten im öffentlichen Bereich abgebaut, ein Minus von 6,4 Prozent, während die Bevölkerung im selben Zeitraum um 6,1 Prozent wuchs. Schlussfolgerung der Kammer: Die Reduktion der Bettenzahlen in den Wiener Spitälern muss strikt im Kontext des medizinischen Fortschritts erfolgen. Durch den Ausbau der tagesmedizinischen Versorgung im Spital kann bei geringerer Bettenanzahl die Versorgung der Patient*innen ohne Qualitätsverlust gewahrt werden.
Einige Ergebnisse im Detail:
- Acht von zehn befragten Ärzt*innen halten die Investitionen in das Gesundheitswesen für unzureichend.
- 82 Prozent sehen keine klare Strategie für die Zukunft des Wiener Gesundheitswesens und dessen Infrastruktur, sie sprechen von „Stückwerk“.
- Ärzt*innen beziffern die „Einbußen durch mangelnde Abstimmung im Wiener Gesundheitssystem“ mit 43 Prozent – das sind fast zehn Prozentpunkte mehr als vor fünf Jahren.
- 80 Prozent der befragten Ärzt*innen sehen das größte Verbesserungspotenzial und den dringendsten Aufholbedarf im niedergelassenen Bereich.
- 70 Prozent sehen ein besonders großes Verbesserungspotenzial bei den Spitälern.
Präsident und Vizepräsident*in der Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien präsentierten den Gesundheitsinfrastrukturreport 2025.
Erweiterung des kostenlosen Impfprogramms
Das Öffentliche Impfprogramm (ÖIP) umfasste zunächst nur Influenza-Impfungen. Im Herbst 2025 wurde das ÖIP um Impfungen gegen Herpes Zoster und Pneumokokken für Personen ab 60 Jahren und Risikogruppen erweitert. Was eine Erfolgsmeldung sein sollte, wurde in der Praxis von Impfstoffmangel und Bestellproblemen überschattet: So verlief der Bestellstart der Impfstoffe Shingrix und Capvaxive am 20. Oktober 2025 technisch alles andere als reibungslos. Es kam zu langen Wartezeiten und Systemabstürzen im e-Impfshop der Bundesbeschaffung GmbH (BBG).
Ein großes Problem stellte die unzureichende Menge an Shingrix-Impfstoff dar. Die Nachfrage der Patient*innen im niedergelassenen Bereich konnte – entgegen medialer Aussendungen – auch mit den Nachlieferungen im November und Dezember nicht gedeckt werden, was zu Unmut bei Patient*innen und Ärzt*innen führte und Unsicherheiten in Bezug auf die Planbarkeit des Zweitstiches zur Folge hatte. Das Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz stellte zuletzt Lieferungen im Laufe des ersten Halbjahres 2026 in Aussicht.
Die Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien stand mit dem Bundesministerium, der Österreichischen Gesundheitskasse und der BBG in permanentem Kontakt, um Verbesserungen bei der Impfstoffverteilung zu erreichen.
Seit 5. Dezember 2025 müssen Impfungen gegen Herpes Zoster und Pneumokokken verpflichtend im e-Impfpass eingetragen werden. Bei Interesse an Impfstatistiken kann über ein Impfdaten-Dashboard auf https://www.impfdaten.at/ die Anzahl der im e-Impfpass dokumentierten Impfungen gegen COVID-19, Influenza, Herpes Zoster und Pneumokokken eingesehen werden.
Ausweitung der kostenlosen Darmkrebs-Vorsorge
Die kostenlose Darmkrebs-Vorsorge steht seit Oktober 2025 bereits ab dem 45. Lebensjahr zur Verfügung – ein bedeutender Fortschritt für die öffentliche Gesundheit und die Früherkennung. Die Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien hatte sich seit Jahren intensiv für die Senkung der Altersgrenze eingesetzt, unter anderem bei einer Pressekonferenz gemeinsam mit der Selbsthilfe Darmkrebs im März 2025.
Zentrale Argumente der Kammer: Diese Altersabsenkung ist ein gesundheitspolitischer Durchbruch. Die Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien hat jahrelang informiert, gewarnt und vor allem eines gefordert: Darmkrebs-Vorsorge muss rechtzeitig beginnen und für alle zugänglich sein.
„Darmkrebs-Vorsorge muss rechtzeitig beginnen und für alle zugänglich sein.“
Im Praxisplan www.praxisplan.at der Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien sind zahlreiche Chirurg*innen bzw. Internist*innen aufgelistet, die Koloskopien anbieten. Weitere Informationen zur Darmkrebs-Vorsorge: www.aekwien.at/darmkrebsvorsorge
Darmkrebs-Awarenesskampagne der Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien mit zahlreichen bekannten Persönlichkeiten.
RSG 2030
Der Regionale Strukturplan (RSG) plant die Versorgung der Stadt mit ärztlichen Leistungen in Krankenanstalten und im extramuralen Bereich, inklusive dem Stellenplan für Kassenärzt*innen.
Der RSG wird in der Landeszielsteuerungskommission von der Stadt Wien und der Sozialversicherung beschlossen. Die Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien hat hier kaum Mitspracherechte und darf nur Stellungnahmen abgeben.
2025 wurde ein neuer RSG für Wien mit einer Planungs- und Umsetzungsperiode bis 2030 beschlossen. Die Kammer war de facto nicht eingebunden und das Ergebnis mehr als ernüchternd. Signifikant war: Stadt Wien und Sozialversicherung haben erst einen Tag vor der Beschlussfassung in einer Besprechung über die Ergebnisse informiert.
Der RSG 2030 hat durchaus positive Ansätze: etwa die Stärkung der Remobilisationsbetten und die Streichung von Akutbetten; die Idee, neue ambulante fachärztliche Versorgungsstrukturen zu etablieren, ambulante Operationen zu forcieren und die PVEs weiter auszubauen.
Dennoch gibt es massive Kritikpunkte, die die Kammer auch – leider ohne Erfolg – eingebracht hat:
- Kassenplanstellen
Entgegen früherer politischer Ankündigungen sind lediglich 35 neue Kassenplanstellen für Fachärzt*innen aller Fächer innerhalb von fünf Jahren vorgesehen – ohne Einführung neuer Sonderfächer wie Nuklearmedizin, Strahlentherapie, Rheumatologie, Onkologie oder Nephrologie. Die Kammer hat 300 neue Kassenplanstellen gefordert, umgesetzt wird lediglich ein Zehntel davon:
Vergleich RSG 2030 und Stellenplan WGKK/WÄK
- Vergemeinschaftungsformen und PVE
Der RSG 2030 sieht neue sogenannte Vergemeinschaftungsformen in so gut wie allen Fachrichtungen vor. Darunter versteht man vereinfacht gesagt Facharztzentren für ein Sonderfach oder mehrere Sonderfächer, die den Patient*innen im jeweiligen Fachgebiet spezifische Leistungen bieten.
Der RSG sieht vor, dass die neuen fachärztlichen Strukturen mit neuen kassenrechtlichen Angeboten nicht mehr Teil des Gesamtvertrages und auch nicht Teil der kassenärztlichen Stellenplanung sind. Damit wird der Gesamtvertrag ausgehöhlt; zudem erfolgt die Vergabe von Kassenleistungen auch durch neue Vergabemethoden, etwa Ausschreibungen. Dies öffnet der Konzernisierung der ambulanten Versorgung Tür und Tor – siehe VAMED – und widerspricht den politischen Aussagen, die Konzernisierung hintanhalten zu wollen. Im Ergebnis schwächt dies die freiberufliche Ärzteschaft massiv.
Weiters sollen viele neue Versorgungsstrukturen in Ambulatorien der Sozialversicherung angesiedelt werden. Dies schwächt den niedergelassenen Bereich nachhaltig und entspricht nicht der Versorgungsrealität. Gleiches gilt für Diabeteszentren der Stadt Wien, die mit hohem finanziellem Aufwand neu errichtet werden, obwohl die bestehende ärztliche Infrastruktur auch von internistischen Gruppenpraxen genutzt werden könnte. Damit wurde ein weiterer Kritikpunkt der Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien bestätigt: Die beiden Zielsteuerungspartner (Stadt Wien und Sozialversicherung), die auch gleichzeitig Anbieter von Leistungen sind, bevorzugen eigene Einrichtungen wettbewerbswidrig vor anderen Anbietergruppen.
Die Zahl der Primärversorgungseinheiten soll in allen Wiener Bezirken auf 80 erhöht werden. Primärversorgungseinheiten (PVEs) haben sich als Ergänzung der Primärversorgung bewährt und werden inzwischen auch von der Ärzteschaft angenommen. Gleichzeitig ist festzuhalten, dass auch im RSG 2030 Einzelordinationen und Gruppenpraxen den PVEs nicht gleichgestellt sind. Selbst bei vollständigem Ausbau bis 2030 können PVEs maximal ein Viertel der Wiener Bevölkerung versorgen, drei Viertel der Bevölkerung wird weiterhin von Hausärzt*innen in Einzelpraxen versorgt. Um die Versorgung der Mehrheit der Bevölkerung sicherzustellen, braucht es daher moderne, attraktive Rahmenbedingungen. Hier fehlt im RSG 2030 jegliche Verbesserung für die überwiegende allgemeinmedizinische Versorgung.
- Stationärer Bereich
Die orthopädisch-traumatologische Versorgung war lange ein Streitpunkt. So hat sich auch die Kurie angestellte Ärzte der Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien in einer Resolution gegen die Reduktion der Spitalsbetten ausgesprochen. Bereits derzeit bestehen Wartezeiten von rund 30 Wochen für Hüftoperationen, 38 Wochen für Knieoperationen und neun Wochen für Wirbelsäuleneingriffe.
Nach Verhandlungen zwischen der Stadt Wien und den Ordensspitälern ohne Mitwirkung der Kammer wurde die geplante Reduktion der Spitalsbetten verkleinert. Die Kammer kritisierte insbesondere die Versorgungsstrukturen in der Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychiatrie, HNO und Augenheilkunde.
Zusammenfassung
Der RSG 2030 wurde ohne jegliche signifikante Einbindung der Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien beschlossen und sieht im niedergelassenen Bereich einen quasi Stillstand bei den Kassenplanstellen vor. Neue Versorgungsstrukturen werden mit den neuen Vergemeinschaftungsformen bewusst an der Kammer vorbei geplant, womit der Konzernisierung Tür und Tor geöffnet ist. Im stationären Bereich gibt es positive Ansätze durch mehr Rehabbetten – zugleich aber auch weitere Bettenreduktionen, ohne dass gleichzeitig ambulante Versorgungsstrukturen im Sinne einer Ambulantisierung der Medizin vorgesehen werden.
Der RSG 2030 wurde ohne jegliche signifikante Einbindung der Kammer beschlossen und sieht im niedergelassenen Bereich einen quasi Stillstand bei den Kassenplanstellen vor.
Präsentation des RSG 2030 für Wien durch Gesundheitsstadtrat Peter Hacker, NEOS Wien-Gesundheitssprecherin Jing Hu (im Bild links) und die Wiener Landesstellenausschuss-Vorsitzende der ÖGK Agnes Streissler-Führer (im Bild rechts).
Versorgungslücke bei Schulärzt*innen in Wien
Bei einer Pressekonferenz im September 2025 machte die Kammer darauf aufmerksam, dass in Wien die Zahl der Kinder und Jugendlichen stetig ansteigt, während die Zahl der Schulärzt*innen weiter sinkt: 2025 wurden 264.000 Schüler*innen von nur noch 141 Schulärzt*innen betreut.
Zentrale Argumente der Kammer: Schulärzt*innen sind an vielen Schulen die erste Anlaufstelle bei gesundheitlichen und psychosozialen Themen. Sie wollen Maßnahmen und Angebote zur Früherkennung und Prävention umsetzen, die gut auf die Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen abgestimmt sind – etwa zu Ernährung, Bewegung, Schutzimpfungen, Hygiene oder Suchtprävention. Das würde auch dem Gesundheitssystem langfristig zugutekommen.
An zahlreichen Schulen der Stadt Wien war die schulärztliche Versorgung 2025 prekär: So mussten in rund 130 Volks- und Mittelschulen bereits mehr als 35.000 Schüler*innen ohne regelmäßig anwesende Schulärzt*innen auskommen.
„Schulärzt*innen wollen Maßnahmen und Angebote zur Früherkennung und Prävention umsetzen, die gut auf die Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen abgestimmt sind.“
Präsident Johannes Steinhart und Schulärzt*innen-Referatsleiterin Margit Saßhofer.