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ärztefunkdienst

Der Ärztefunkdienst Wien ist ein zentraler Bestandteil der Wiener Gesundheitsversorgung und übernimmt die allgemeinmedizinische Betreuung der Bevölkerung außerhalb der regulären Ordinationszeiten. Als Vertretung der Wiener Hausärzt*innen steht der Ärztefunkdienst werktags zwischen 19.00 und 07.00 Uhr sowie an Wochenenden und Feiertagen rund um die Uhr unter der Telefonnummer 141 zur Verfügung.


Schwerpunkte 2025

Im Fokus standen 2025 insbesondere die Weiterentwicklung der digitalen Prozesse, die strukturelle Verankerung der Erstversorgungsambulanzen im Klinikbetrieb, der Ausbau professioneller Kommunikationsstrukturen sowie die Umsetzung präventiver Gesundheitsprojekte.

Inanspruchnahme und Leistungen

2025 gingen insgesamt 173.395 Anrufe in der Telefonzentrale des Ärztefunkdiensts ein, von denen 135.744 Anrufer*innen medizinisch betreut wurden. Darüber hinaus wurden 62.271 Hausbesuche durchgeführt, darunter 10.246 Kindervisiten.

Ein weiterer wichtiger Aufgabenbereich ist die Durchführung der Totenbeschau an Wochenenden und Feiertagen zwischen 7.00 und 19.00 Uhr. 2025 wurden 1.692 derartige Einsätze durchgeführt.

Erstversorgungsambulanzen (EVA)

Die Erstversorgungsambulanzen haben sich als fester Bestandteil des Wiener Klinikalltags etabliert: 2025 waren EVAs in sechs Kliniken des Wiener Gesundheitsverbundes (WIGEV) in Betrieb, am AKH Wien zusätzlich auch eine Kinder-Notdienst-Ordination (KiND). In der Wintersaison 2024/25 wurde das Angebot durch eine Kinder-Notdienst-Ordination im St. Anna Kinderspital ergänzt.

In den EVAs wurden 2025 insgesamt 186.930 Patient*innen behandelt. Rund 77 Prozent der Patient*innen konnten nach allgemeinmedizinischer Abklärung und Behandlung in den niedergelassenen Bereich weitergeleitet werden. Damit leisten die EVAs einen wesentlichen Beitrag zur Entlastung der Spitalsambulanzen.

Kinder-Notdienst-Ordination (KiND) am St. Anna Kinderspital

In den Monaten November 2024 bis April 2025 betrieb der Ärztefunkdienst im St. Anna Kinderspital eine Kinder-Notdienst-Ordination. Hier wurden 2025 insgesamt 5.210 Kinder und Jugendliche mit primär nicht stationär behandlungsbedürftigen Erkrankungen medizinisch betreut.

Organisation und Personal

Die organisatorische Basis des Ärztefunkdienstes bilden die Ärztefunkdienst gemeinnützige Betriebs GmbH und die Ärzte-Dienstleistungs GmbH. Geleitet wird der Ärztefunkdienst seit Dezember 2023 von Alexander Lang gemeinsam mit Christian Frank als Geschäftsführer sowie Hannah Haberl als organisatorischer Leiterin. Der eingeschlagene Organisationsentwicklungsprozess legt einen klaren Fokus auf Zukunftsorientierung und Digitalisierung.

2025 waren insgesamt 305 Ärzt*innen für den Ärztefunkdienst tätig, darunter 21 Fachärzt*innen für Kinder- und Jugendheilkunde. Ergänzt wurde das medizinische Personal durch 71 Medizinstudierende in administrativen Funktionen sowie 13 diplomierte Gesundheits- und Krankenpfleger*innen in den EVAs. In der Ärztedienst-Zentrale in der Modecenterstraße waren 18 Mitarbeiter*innen in Verwaltung, Logistik und Projektmanagement beschäftigt.

Kommunikation und Marketing

Der Bereich Kommunikation und Marketing wurde 2025 gezielt weiterentwickelt, mit Fokus auf dem Rebranding des Ärztefunkdiensts sowie auf der Stärkung der öffentlichen Sichtbarkeit und der transparenten Information der Bevölkerung.

Zu den wichtigsten Maßnahmen zählten die Beauftragung einer Kreativagentur, der Rollout des neuen Corporate Designs auf zentralen Touchpoints sowie der Ausbau der digitalen Präsenz. Zentrales Element war die Neugestaltung des Logos: Dieses verbindet die Kernbereiche des Ärztefunkdiensts in Form eines EKGs, einer Schallwelle bzw. einer Wegstrecke als Symbol der vielseitigen Patient*innenversorgung.

Die Öffentlichkeitsarbeit wurde durch Messe- und Eventauftritte sowie gezielte Medienarbeit ergänzt. Dazu zählten unter anderem Fach- und Publikumsmessen wie der Med-Day, der „Aktionstag Gesundheit“ sowie die Bildungsfachmesse Interpädagogica. Weiters beteiligte sich der Ärztefunkdienst am 19. Krebsforschungslauf und setzte damit ein sichtbares Zeichen für Gesundheitsförderung und gesellschaftliches Engagement. Hervorzuheben sind auch die „Einschaltung im Öffentlichen Interesse“ vor Wien Heute (ORF 2), die im Dezember 2025 mehrfach ausgestrahlt wurde, sowie ein Podcast-Beitrag mit Ronny Tekal.

Impfkooperation mit der Stadt Wien

Der Ärztefunkdienst konnte 2025 eine Ausschreibung der MA15 Gesundheitsdienst für Impfaktionen für sich entscheiden. Ab Oktober 2025 wurden in Kooperation mit der Stadt Wien (MA 15) unterschiedliche Impfaktionen umgesetzt – mit der Zielsetzung, niederschwellige Impfangebote für die Wiener Bevölkerung bereitzustellen.

Die Impfungen wurden an den Standorten TownTown und Schrödingerplatz durchgeführt. Sechs mobile Teams impften außerdem an Wiener Volks- und Mittelschulen sowie in Senior*innen-Tageszentren. Die medizinische Umsetzung erfolgte durch Ärzt*innen und diplomiertes Pflegepersonal, unterstützt von administrativen Mitarbeiter*innen, und umfasste sowohl die Vorbereitung und Nachsorge als auch die sachgerechte Applikation von Impfstoffen unter Einhaltung aller Hygiene- und Sicherheitsstandards.

Patient*innen-Befragung 2025 – Erstversorgungsambulanzen (EVA) Wien

2025 wurden 1.000 Patient*innen an drei EVAs (AKH Wien, Klinik Landstraße, Klinik Donaustadt) zu Nutzung, Zugang und Versorgungserfahrung befragt. Die Erhebung erfolgte im Auftrag des WIGEV und der EVA-Projektleitung, in Zusammenarbeit mit BDO Health Care & Life Science Advisory. Die Ergebnisse zeigten eine hohe Akzeptanz der Erstversorgungsambulanzen als niederschwelligen Erstzugang zur medizinischen Versorgung.

Die EVA wurde überwiegend als erstmaliger Zugangspunkt bei akuten gesundheitlichen Beschwerden genutzt. Mehr als vier Fünftel der Befragten berichteten über eine Verbesserung des Zugangs zur medizinischen Versorgung. Die breite Altersstreuung der Nutzer*innen unterstreicht, dass die EVA unterschiedliche Bevölkerungsgruppen erreichte.

Als alternative Anlaufstelle ohne EVA nannten die Befragten überwiegend den niedergelassenen Bereich, was auf eine zielgerichtete Steuerung der Patient*innenströme hinweist. Die wahrgenommene Versorgungsqualität wurde sehr positiv bewertet. Besonders hohe Zustimmungswerte zeigten sich bei Verständlichkeit der Kommunikation, Nachvollziehbarkeit der Behandlungsschritte sowie bei Organisation und Ablauf der Versorgung.

Insgesamt bestätigten die Ergebnisse die erfolgreiche Etablierung der Erstversorgungsambulanzen als funktionalen Bestandteil der Wiener Versorgungslandschaft.

(Quelle: Endbericht Patient:innen-Befragung 2025, WIGEV)

Med4school

Das in Wien mittlerweile gut etablierte Schulprojekt „Med4School – Die Gesundheitsdrehscheibe“ startete im September 2025 mit über 100 Klassen und rund 2.600 Schüler*innen in das Schuljahr 2025/26.

Für den Unterricht wurde den Pädagog*innen eine „Wissensplattform der Gesundheit“ in Form von Materialpaketen zu Themen wie „Mein Körper“, „Bakterien und Viren“, „Das Gesundheitssystem“, „Mein*e Hausärzt*in“ bereitgestellt. Auf www.med4school.at konnten teilnehmende Schulen Unterlagen, Bastelvorlagen und Arbeitsblätter kostenlos herunterladen.

Im Sommersemester 2025 fanden die beliebten Workshops des „Themenateliers Gesundheit“ mit insgesamt 40 Klassen und rund 1.000 Schüler*innen der 3. und 4. Klasse statt. Gemeinsam wurde das Herzstück des Workshops gebastelt: die „Med4School Gesundheitsdrehscheibe“. Weiters erarbeiteten sich die Schüler*innen die Anlaufstellen im österreichischen Gesundheitssystem. Die „Med4School – Bastelbox“ ergänzte das Workshop-Angebot: Sie bietet Schulklassen hochwertige Bastelvorlagen mit Reißzwecken und einem Leitfaden zur Funktionsweise der „Med4School Gesundheitsdrehscheibe“.

Viele Materialien wurden weiter digitalisiert und adaptiert – als Vorbereitung auf einen künftigen österreichweiten Roll-Out. 2025 wurden Gespräche mit möglichen Kooperationspartner*innen intensiviert, darunter mit den zuständigen Bundesministerien und mit Interessenvertreter*innen. Eine Zusammenarbeit mit Fokus auf der „Vorsorge im Kindesalter“ ergänzte das bereits vorhandene Angebot.

Gesundheitskompetenz und Vorsorge sind zwei untrennbar mit dem Wissen um den eigenen Körper und seine Gesunderhaltung verbundene Begriffe. Denn wer bereits in jungen Jahren die Basis für die eigene Gesundheitskompetenz legt, hat die Chance, sein Leben und seinen Lebensstil aktiv und positiv zu beeinflussen. Dafür braucht es Wissen!

Messe „Interpädagogica 2025“ in Wien

Die Messe „Interpädagogica 2025“ fand vom 20. bis 22. November 2025 in der VIECON Messe Wien statt. In Kooperation mit dem Ärztefunkdienst war Med4School mit einem Stand und einem Vortrag über „Gesundheitskompetenz und Vorsorge“ vertreten. Mit insgesamt rund 14.000 Besucher*innen war der Stand sehr gut besucht.

Stärkung der Gesundheitskompetenz: Integration von Gesundheitsbildung in die Lehrpläne der Schulen

Die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung ließe sich durch die Einführung des Schulfachs „Gesundheitsbildung“ in den Lehrplänen von Kindern und Jugendlichen gezielt weiter stärken. Darüber hinaus sollten allgemeine Programme zur Gesundheitsbildung etabliert werden, insbesondere in den Bereichen Ernährung, Zucker, Alkohol und Suchtprävention. Diese Ziele werden konsequent weiterverfolgt.

Weitergehende Informationen über Med4School finden Sie auf www.med4school.at.

Med4School am Messestand auf der „Interpädagogica 2025“

Med4School am Messestand auf der „Interpädagogica 2025“

Patient*innenombudsmann

2025 bearbeitete die Patient*innenombudsstelle der Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien 1.900 schriftliche Eingaben von Patient*innen oder deren Angehörigen. Zusätzlich wurden ca. 3.300 Telefonate verzeichnet. Das ist eine leichte Steigerung gegenüber dem Vorjahr – im Durchschnitt fielen sieben bis acht Beschwerden pro Arbeitstag an. Die Patient*innenombudsstelle übergab 11 Fälle an die Patient*innenschiedsstelle. Im Vergleich zum vorangegangenen Jahr wurden 2025 mehr Sachverhalte an die Disziplinarorgane der Ärztekammer herangetragen.

Die meisten Beschwerden an die Patient*innenombudsstelle betrafen Kommunikationsprobleme zwischen Ärzt*innen und Patient*innen in Ordinationen, Gruppenpraxen und Spitälern. Konfliktsituationen hängen in vielen Fällen mit dem Personalmangel und dem dadurch verursachten Stress für die Angehörigen der Gesundheitsberufe zusammen, verbunden mit der hohen emotionalen Belastung, die Erkrankungen bei Patient*innen auslösen können. Sehr oft sind Patient*innen überzeugt, dass Ärzt*innen einer Behandlungspflicht unterliegen, was tatsächlich aber nur bei unmittelbar lebensbedrohlicher Erster Hilfe gilt.

Stornogebühren für versäumte Termine waren regelmäßig Thema von Beschwerden, zugleich stieg dank der vermehrten öffentlichen Diskussion aber auch das Verständnis bei den Patient*innen.

Patient*innen fragten in vielen Fällen nach eigenen Krankengeschichten und Impfdokumentationen, die von Ärzt*innen erstellt worden waren, die mittlerweile in den Ruhestand getreten sind. Dank der Unterstützung seitens der pensionierten Ärzt*innen konnte den Patient*innen hier fast immer geholfen werden.

Auch die Liste der Ärzt*innen, die Sterbeverfügungsbegutachtungen durchführen, wurde häufig nachgefragt – insbesondere im Umfeld medialer Berichterstattung zu diesem Thema.

Knapp 166 Beschwerden betrafen Spitäler; diese wurden in Kooperation mit den Spitalsträgern behandelt.

Der Patient*innenombudsmann setzte sich im ständigen Dialog mit den Partnern im Gesundheitssystem dafür ein, die Situation für die Patient*innen zu verbessern, insbesondere auch in Kooperation mit der Wiener Pflege- und Patient*innenanwaltschaft (WPPA): Auf gemeinsames Drängen hin konnten 2025 die Wartezeiten auf einen MRT-Termin massiv verkürzt werden, indem mehr MRT-Geräte mit Kassenverträgen genehmigt und versorgungswirksam wurden.

Ein wichtiges gesundheitspolitisches Thema war 2025 die Ausweitung des Patient*innenentschädigungsfonds auf Privatspitäler und den gesamten niedergelassenen Bereich. Nach derzeitiger Rechtslage zahlt der Fonds Entschädigungen ausschließlich nach Behandlungen in öffentlichen bzw. privaten gemeinnützigen Spitälern, wenn eine seltene Komplikation auftritt, ein Verschulden des*r Ärzt*in bzw. des Spitals aber nicht nachweisbar ist. Finanziert wird der Fonds aktuell durch die Patient*innen selbst, die einen Beitrag von 0,73 Euro pro stationärem Aufnahmetag bezahlen. Der von der WPPA hervorragend verwaltete Fonds hat allerdings ein Finanzierungsproblem, da die 0,73 Euro jahrzehntelang nicht inflationsangepasst wurden und die Anzahl der stationären Aufnahmetage rückläufig ist, bei gleichbleibenden Risiken für die Patient*innen. Der Patient*innenombudsmann schlug 2025 daher vor, den Fonds auf alle Bereiche der Medizin auszuweiten und in Zukunft solidarisch im Wege der e-card-Gebühr zu finanzieren, die dafür einmalig um 1 bis 2 Euro im Jahr erhöht werden müsste. Nach einem tragischen Einzelfall wurde dieses Thema in der ORF-Sendung „Bürgeranwalt“ diskutiert, nach ersten politischen Gesprächen arbeitete das zuständige Ministerium weiter an einer Lösung.

Weiters regte der Patient*innenombudsmann bei den zuständigen Ministerien an, einen digitalen Implantatpass zu schaffen. 2025 verfügten viele Menschen in Österreich über einen analogen Implantatpass. Ein digitaler Pass wäre in mehrfacher Hinsicht eine Erleichterung für Patient*innen: Damit könnten sie ihre behandelnden Ärzt*innen rascher und einfacher als bisher informieren und den digitalen Pass zudem bei Sicherheitskontrollen vorweisen, etwa am Flughafen.

Die Patient*innenombudsstelle ist Mitglied im Bevölkerungsbeirat der Gesundheit Österreich GmbH (GÖG), wo 2025 das Thema „Patient*innenbeteiligung“ breit diskutiert wurde. Im Gegensatz zu anderen Politikfeldern waren Bürgerbeteiligungsmodelle im Gesundheitswesen noch völlig inexistent – mit dem Ergebnis, dass sich bei gesundheitspolitischen Entscheidungen wie der Schließung von Spitälern oder der Zusammenlegung von Abteilungen regelmäßig Bürgerinitiativen bilden, die regional für starke Unruhe sorgen. Im Gegensatz dazu wären strukturierte Beteiligungsprozesse deutlich besser geeignet, die notwendigen Veränderungen im Gesundheitswesen zu begleiten. Die Patient*innenombudsstelle unterstützte daher die Initiative des Bundesverbandes der Selbsthilfe Österreich, per Bundesgesetz eine organisatorisch und finanziell abgesicherte gesetzliche Patient*innenvertretung einzurichten – nach dem Vorbild anderer EU-Staaten.

Im Regierungsprogramm der 2025 neu angetretenen Bundesregierung sind sowohl die Anpassung des Patient*innenentschädigungsfonds als auch die Patient*innenbeteiligung vorgesehen. Allerdings fehlen darin konkrete Vorschläge zur Umsetzung.

Mit der 2025 erfolgten Umsetzung der krankenhausübergreifenden OP-Anmeldung – in Wien durch die Gesundheitshotline 1450 – ging eine wesentliche Serviceverbesserung für die Patient*innen einher.

Abgesehen von Einzelfällen und gesundheitspolitischen Themen trugen Patient*innen am häufigsten folgende Forderungen an die Patient*innenombudsstelle heran, die sich insbesondere an politische Entscheidungsträger*innen richteten:

  1. Fehlen von Kassenplanstellen und Wartezeiten auf Termine bei Allgemeinmediziner*innen, Frauen- und Kinderärzt*innen mit Kassenverträgen
  2. Wartezeiten, vor allem auf OP-Termine, sowie Beschwerden von niederösterreichischen Patienten*innen über die Benachteiligung als „Gastpatient*innen“
  3. Probleme mit der ÖGK bei einem Arztwechsel im laufenden Quartal
  4. Fehlende Betreuungsmöglichkeiten für Long COVID sowie Long-COVID-Begutachtungen

Geleitet wird die Patient*innenombudsstelle von Thomas Holzgruber, Generalsekretär der Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien.

Website des Patient*innenombudsmanns: patientenombudsmann-wien.at

Patient*innenschiedsstelle

Seit ihrer Gründung 1986 bietet die Patient*innenschiedsstelle der Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien eine freiwillige Serviceeinrichtung zur außergerichtlichen Klärung von Behandlungsfehlern.Patient*innen, die vermuten, durch ärztliches Handeln oder Unterlassungen in Spitälern oder Arztpraxen einen Schaden erlitten zu haben, können hier eine Überprüfung veranlassen. Bei berechtigten Vorwürfen spricht die Stelle Empfehlungen zur Höhe einer angemessenen Entschädigung aus.

Geleitet wird die Kommission seit 2013 von Einar Sladecek, dem ehemaligen Präsidenten des Wiener Arbeits- und Sozialgerichts, unterstützt von Expert*innen unterschiedlicher Fachgruppen, die als medizinische Beisitzer*innen der Schiedsstellenkommission angehören.

Statistik und Ergebnisse für 2025

2025 bearbeitete die Schiedsstelle insgesamt 165 Fälle (126 Neuzugänge sowie 39 Übernahmen aus dem Vorjahr). Bis zum Jahresende konnten 112 Verfahren abgeschlossen werden:

  • Verhandlungsergebnisse: Von 77 verhandelten Fällen wurde in sechs Fällen eine konkrete Entschädigung empfohlen, in vier weiteren wurde eine Empfehlung dem Grunde nach ausgesprochen. Während der Verhandlungen kam es in drei Fällen zu Vergleichen, in fünf Fällen zu außergerichtlichen Weiterverhandlungen und in vier Fällen zur Einstellung, da Beteiligte nicht erschienen sind oder die Sitzung vorzeitig verlassen haben. Weiters gab es drei Antragsrückziehungen in den Sitzungen. In 52 Fällen stellte die Kommission keinen Behandlungsfehler fest.
  • Finanzielles: Die Summe der empfohlenen Entschädigungen belief sich 2025 auf 115.000 Euro, ergänzt durch 7.300 Euro aus Vergleichen.
  • Sonstige Erledigungen: 35 Fälle wurden bereits vor einer Sitzung abgeschlossen (z. B. durch Verjährung, Einigung vor der Sitzung oder Rückzug).
  • Übernahme ins Jahr 2026: 53 Verfahren bleiben aktuell noch offen und werden 2026 fortgeführt.
Häufigste Fachbereiche und Ausblick

Besonders oft waren 2025 die Fachgebiete Orthopädie bzw. orthopädische Chirurgie, Viszeralchirurgie, Frauenheilkunde sowie Pneumologie Gegenstand von Beschwerden.

Die Patient*innenschiedsstelle bietet die außergerichtliche Klärung von Behandlungsfehlern.