angestellte ärzt*innen

Neues Kurienführungsteam – neues Arbeitsprogramm „Machen wir Wien wieder zum Zentrum internationaler Spitzenmedizin“

Im Februar 2025 legte Natalja Haninger-Vacariu ihr Amt als zweite Vizepräsidentin und Obfrau der Kurie angestellte Ärzte der Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien zurück. Die Kammer bedankte sich für ihren Einsatz und ihr Engagement für die Anliegen der angestellten Ärzt*innen.

In der Kuriensitzung vom 26. März 2025 wurde Eduardo Maldonado-González mit klarer Mehrheit zum neuen Kurienobmann und zweiten Vizepräsidenten der Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien gewählt. Zur ersten Stellvertreterin wurde Lisa Leutgeb aus der Sektion Turnusärzte gewählt. Ergänzend dazu wurde in der Sitzung vom 13. Mai 2025 Dieter Kölle zum zweiten stellvertretenden Kurienobmann gewählt. Die Funktion des Finanzreferenten hat seitdem Benjamin Glaser inne.

Die neu gewählte Kurienführung richtete ihre Tätigkeit auf die nachhaltige Verbesserung der Arbeitsbedingungen der angestellten Ärzt*innen in den Wiener Spitälern aus. Im August 2025 stellte sie ihr Arbeitsprogramm mit dem Titel „Machen wir Wien wieder zum Zentrum internationaler Spitzenmedizin“ vor. Das Programm enthält ein umfassendes Maßnahmenpaket, das nicht nur die Arbeitsbedingungen der Wiener Ärzt*innen verbessert, sondern zugleich eine moderne und qualitativ hochwertige Versorgung der Patient*innen sicherstellt und die öffentlichen sowie gemeinnützigen Träger in ihrer wichtigen Rolle stärkt.

Die neu gewählte Kurienführung richtete ihre Tätigkeit auf die nachhaltige Verbesserung der Arbeitsbedingungen in den Wiener Spitälern aus.

Die zentralen Handlungsfelder konzentrieren sich auf folgende Bereiche:

  • Gesundheit braucht mehr Spitalsärzt*innen
  • Zeitgemäße Dienstgeber für alle Angestellten
  • Miteinander über Generationen
  • Die besten Ausbildungsbedingungen für die Mediziner*innen der Zukunft
  • Mehr Zeit für Patient*innen: Bürokratieabbau, Digitalisierung und Infrastruktur
  • Zusammenarbeit mit allen Trägern und Institutionen zum Wohle der Patient*innen

Ein zentraler Fokus liegt auf der Stärkung der ärztlichen Mitwirkung in Planungs- und Entscheidungsprozessen sowie auf der Sicherstellung einer qualitativ hochwertigen ärztlichen Ausbildung.

Zu den zentralen inhaltlichen Schwerpunkten zählen unter anderem marktkonforme Gehälter, eine korrekte Anrechnung von Vordienstzeiten, die angemessene Vergütung von Zusatzfunktionen sowie die Weiterentwicklung transparenter Karrieremodelle. Ebenso soll die Ausbildungsqualität für alle Fachrichtungen nachhaltig gestärkt werden.

Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Situation älterer Kolleg*innen. Die Kurie setzt sich für gesetzliche Rahmenbedingungen ein, die ab dem 60. Lebensjahr Entlastungen von Nachtdiensten, Modelle der Altersteilzeit sowie verstärkte Tätigkeiten in der Ausbildung ermöglichen. Ziel ist es, die langjährige Erfahrung erfahrener Ärzt*innen für die Ausbildung des ärztlichen Nachwuchses zu nutzen.

Weitere wesentliche Handlungsfelder sind Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie eine generelle Attraktivierung der Arbeitsbedingungen in den Wiener Spitälern.

Mit der neu gewählten Führung bekräftigte die Kurie angestellte Ärzte ihr Ziel, die Interessen der angestellten Ärzt*innen konsequent zu vertreten und langfristige Verbesserungen der beruflichen Rahmenbedingungen zu erreichen.

Das neue Kurienführungsteam: Eduardo Maldonado-González, Lisa Leutgeb, Dieter Kölle, Benjamin Glaser.

Dauerbrenner Lorenz-Böhler-Spital

Seit 2024 sorgte die aufgrund von Baumängeln – konkret Brandschutzmängeln – plötzlich im Raum stehende Schließung des Lorenz-Böhler-Unfallkrankenhauses (AUVA-Traumazentrum Wien – Standort Brigittenau) für Verunsicherung: nicht nur beim Spitalspersonal und bei der Kurie angestellte Ärzte der Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien, sondern vor allem bei den Patient*innen.

2024 konnte eine Totalschließung des AUVA-Traumazentrums Wien – Standort Brigittenau durch die Umsetzung eines Containerspitals abgewendet werden. In den letzten Monaten des Jahres 2025 herrschte allerdings erneut massive Verunsicherung und Unmut unter den Spitalsmitarbeiter*innen im AUVA-Traumazentrum Wien – Standort Brigittenau. Der Grund dafür: Die Betriebsbewilligung für das Bestandsgebäude lief mit 31. Dezember 2025 aus, und die Einreichung bei der entsprechenden Behörde erfolgte spät.

In einem Interview mit der Kronen Zeitung unterstrich Vizepräsident Eduardo Maldonado-González die fortgesetzte Unterstützung der Beschäftigten des AUVA-Traumazentrums Wien – Standort Brigittenau durch die Kurie angestellte Ärzte und warnte vor einer Sperre des Schockraums oder der Reduzierung der Intensivbetten.

Die Kurie angestellte Ärzte setzt sich weiterhin auf allen Ebenen für den Erhalt des Standortes Brigittenau ein.

Kurz vor Weihnachten 2025 erreichte die Kurie angestellte Ärzte die positive Nachricht, dass dem Antrag auf Verlängerung des Sicherheitskonzeptes für das Bestandsgebäude stattgegeben wurde. Für die Mitarbeiter*innen wie auch für die Patient*innen waren somit Planungssicherheit und Kontinuität in der medizinischen Versorgung gewährleistet. Die Kurie angestellte Ärzte setzt sich weiterhin auf allen Ebenen für den Erhalt des Standortes Brigittenau ein.

„Krone“-Bericht vom 9. Dezember 2025.

Zweites WIGEV-Personalpaket

Bei einer Pressekonferenz im November 2023 hatte die Stadt Wien die Ergebnisse eines Personalpakets für den Wiener Gesundheitsverbund (WIGEV) vorgestellt und gleichzeitig eine zweite Phase für die Mitarbeiter*innen angekündigt – das sogenannte „Zweier-Paket“. Diese Inhalte waren 2025 weiterhin auf der WIGEV-Website abrufbar. Das zweite WIGEV-Personalpaket sollte weitere substanzielle Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen sowie zur Anerkennung der täglichen, hoch verantwortungsvollen Arbeit im Spital enthalten.

Ende 2025, mehr als zwei Jahre nach dieser Ankündigung, war die Umsetzung des „Zweier-Pakets“ allerdings noch immer nicht erfolgt. Die Stadt Wien blieb den Beschäftigten im Wiener Gesundheitsverbund somit eine zentrale Zusage schuldig. Die ausbleibende Umsetzung bedeutete eine erhebliche Belastung für das Vertrauen der Mitarbeiter*innen und verschärfte die ohnehin angespannte Personalsituation in den Wiener Spitälern.

Wien als Gesundheitsmetropole steht in besonderer Verantwortung, zeitgerecht und entschlossen zu handeln. Es braucht nachhaltige Verbesserungen der Arbeitsrealität sowie faire und marktkonforme Gehälter in allen Wiener Krankenanstalten. Andere Bundesländer wie Niederösterreich, die Steiermark oder das Burgenland haben in den vergangenen Jahren entsprechende Schritte gesetzt und damit ihre Wettbewerbsfähigkeit als Arbeitgeber im Gesundheitswesen gestärkt. Wien droht hier weiter zurückzufallen, wenn angekündigte Reformen nicht umgesetzt werden.

Parallel dazu kündigte die Stadt Wien an, bis zum Jahr 2030 rund 3,3 Milliarden Euro in die Modernisierung ihrer Kliniken zu investieren, die etwa drei Viertel der stationären Spitalsversorgung in Wien abdecken. Diese Investitionen in die bauliche und technische Infrastruktur wurden von der Kammer grundsätzlich begrüßt. Allerdings: Moderne Spitäler können ihren Versorgungsauftrag nur dann erfüllen, wenn ausreichend qualifiziertes und motiviertes Personal zur Verfügung steht. Zudem wurden auch diese Investitionsvorhaben im Jahr 2025 zeitlich nach hinten verschoben, was die Unsicherheiten weiter verstärkte.

Für die Kurie angestellte Ärzte stand daher außer Frage, dass einmal ausverhandelte Vereinbarungen sowie öffentlich kommunizierte Zusagen einzuhalten und umzusetzen sind. Verlässlichkeit und Planungssicherheit sind zentrale Voraussetzungen, um Personal langfristig im öffentlichen Gesundheitssystem zu halten. Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten ist es inakzeptabel, dass zugesagte Maßnahmen wiederholt verschoben oder nicht realisiert werden.

Unverändert gilt: Die von der Stadt Wien angekündigten Maßnahmen müssen in konkrete Verbesserungen für die Mitarbeiter*innen münden.

Die Kurie betonte, in dieser Angelegenheit nicht nachgeben und weiterhin mit politischem Druck und konsequenter Interessenvertretung darauf hinwirken zu wollen, dass die Zusagen gegenüber dem Personal des Wiener Gesundheitsverbunds vollständig und zeitnah umgesetzt werden. Unverändert gilt: Die von der Stadt Wien angekündigten Maßnahmen müssen in konkrete Verbesserungen für die Mitarbeiter*innen münden.

Screenshot der WIGEV-Website zum 2023 vorgestellten Personalpaket.

Refundierung der Prüfungsgebühren

Bereits seit 2019 refundiert die Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien unter bestimmten Voraussetzungen die Gebühren für die Prüfung für Allgemeinmedizin und für Facharztprüfungen.

Ärzt*innen, die alle notwendigen Kriterien erfüllen, können pro absolviertes Fach einmalig einen Antrag auf Rückerstattung der Gebühren stellen, sofern der Dienstgeber nicht dem AVRAG unterliegt. Nähere Informationen stehen auf https://www.aekwien.at/refundierung-arztpruefungsgebuehren bereit.

Eine verpflichtende Voraussetzung ist die Teilnahme an der Online-Evaluierung der Ausbildungszeit, die von der Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien mitgetragen wird.

2025 gingen insgesamt 429 Anträge ein. Für die Refundierung der Prüfungskosten für Allgemeinmedizin wurden 143 Anträge gestellt, für Facharztprüfungen 286 Anträge. 69 der eingereichten Anträge wurden nicht stattgegeben.

Verhandlungen mit den Privatkrankenversicherungen

Die Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien erzielte nach umfangreichen Verhandlungen mit dem Verband der Versicherungsunternehmen Österreichs einen erfolgreichen Abschluss für den Zeitraum 1. Februar 2026 bis 31. Jänner 2027.

Für diese Valorisierungsperiode wurde zwischen den Vertragspartnern ein Schwellenwert von maximal 3,9 Prozent vereinbart. Da die tatsächliche Veränderung des September-VPI 2024 zu 2025 mit 4,0 Prozent über diesem Schwellenwert lag, wurden Neuverhandlungen aufgenommen. Es wurde im Einvernehmen eine lineare Valorisierung aller Honorare um 2,9 Prozent für den genannten Zeitraum vereinbart. Demzufolge werden bei den Valorisierungen per 1. Februar 2027 und per 1. Februar 2028 den valorisierungsrelevanten VPIs jeweils 0,5 Prozentpunkte hinzugerechnet.

Weiters wurde einvernehmlich beschlossen, die Direktverrechnungsvereinbarung um zwei Jahre zu verlängern (bisherige Laufzeit: bis 31. Jänner 2028; neue Laufzeit: bis 31. Jänner 2030).